Tödliche Hitzefallen für Fledermäuse

Die Hitze im Sommer bedeutet für viele Fledermäuse in Deutschland eine Leidenszeit. Vor allem Fledermäuse, die in oder an Gebäuden ihr Quartier haben, sind betroffen, da sie dort in tödliche Hitzefallen geraten können.

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Tipps für Jedermann!© bluefeeling/pixelio.de

In den deutschen Wäldern gibt es immer weniger natürliche Höhlenbäume für Fledermäuse, in denen sie ihr Quartier aufschlagen können. Daher siedeln zahlreiche Arten an und in Gebäuden. "Dort finden sie viel leichter Spalten und Hohlräume, in denen sie ihre Jungen aufziehen können", erklärt Rudolf Leitl, der Fledermausexperte des LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern). Im kühlen Frühjahr suchen sich die Tiere Verstecke, die warm und zugluftfrei sind und sich schnell erwärmen. Im Sommer werden ihnen diese Standorte dann zum Verhängnis, da sie der Hitze ohne Ausweichmöglichkeit ausgeliefert sind.

"Bei sehr heißen Sommertagen entstehen unter schwarzen Dachziegeln, dunklem Kupferblech oder auch hinter dunklen Brettern bei starker Sonneneinstrahlung Temperaturen über 40 Grad, oft sogar über 60 Grad", weiß LBV-Experte Leitl. Um nicht zu verbrennen, suchen die Tiere nach kühleren Bereichen und fallen dabei oft aus dem Quartier.

Fledermäuse: Tipps für Jedermann

Der LBV rät: Wer heruntergefallene Fledermäuse findet, sollten diese an einen kühleren und vor Katzen sicheren Platz bringen. "Wenn man den Tieren mit einer Pipette oder einem Teelöffel etwas Wasser an den Mund hält, trinken diese oft bereitwillig", weiß Leitl. Meist reicht es, die Tiere auf einen schattigen Baum zu setzen. Man kann sie bis zur Dämmerung aber auch in einem Karton aufbewahren und dann erst frei lassen. Fledermäuse sollten wie alle Wildtiere möglichst nicht mit bloßen Händen angefasst werden, weil sie eventuell auch Krankheiten übertragen können.

Solche Hitzefallen gibt es in alten Wäldern und Baumbeständen kaum. Dort haben die Tiere genügend Ausweichmöglichkeiten zu schattigeren Stellen. Allerdings wird den Fledermäusen ihr Lebensraum zunehmend genommen. "Baumhöhlen werden gerne vom Kleinen Abendsegler, der Bechsteinfledermaus und weiteren Arten als Wochenstubenquartier genutzt, aber auch die Männchen vieler anderer Fledermausarten wie das Große Mausohr siedeln in diesen, da sie sich nicht mit in den Gebäude-Wochenstuben aufhalten", so Rudolf Leitl.

Quelle: LBV (Landesverband für Vogelschutz in Bayern)

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