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Die Läufigkeit der Hündin

Je verlockender der Duft, den eine läufige Hündin versprüht, desto mehr wird jeder Spaziergang zu einem Spießrutenlauf. Erfahren Sie hier mehr zu Dauer, Zyklus und ungewollte Schwangerschaften.
 
Läufigkeit bei Hündinnen © animals-digital.de
Bei den Läufigkeitsintervallen gibt es rassespezifische Unterschiede

Die Dauer der Läufigkeit

In der Regel sind die Hündinnen 21 Tage läufig. Die Duldungsphase, in der sie deck- und aufnahmebereit sind, dauert meist nur fünf oder sechs Tage, der Beginn der Phase ist aber von Hündin zu Hündin verschieden. Die eine steht bereits am achten, die andere dagegen am siebzehnten Tag.


Bestimmung der „heißen Tage“ mittels der Blutfarbe

Ein Hinweis auf die gefährlichen Tage kann beispielsweise die sich verändernde Blutung sein. Bis zur Hälfte der Läufigkeit ist das Blut meist dunkelrot, dann wird es wässriger und schließlich hört die Blutung auf. Zwar weist dünnflüssiger werdendes Blut darauf hin, dass es „ernst“ werden kann, aber es gibt auch Hündinnen, die sich während der Dunkelblutphase decken lassen und trächtig werden. Manche Weibchen bluten auch bis zu drei Wochen lang.


Der Duldungsreflex

Um den Beginn der Duldungsphase zu eruieren, kann man die Hündin im Bereich zwischen Vagina und After kraulen. Hebt sie den Schwanz zur Seite und die Vulva zieht sich nach oben, ist sie bereit. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen von der Regel. Manche Hündinnen reagieren während der gesamten Läufigkeit auf diesen Reflex, was allerdings nicht heißen muss, dass sie sich decken lassen.


Die hundertprozentige Bestimmung beim Tierarzt

Möchten Sie die fruchtbaren Tage mit hundertprozentiger Sicherheit wissen, kann der Tierarzt den Eisprung bestimmen. Plus minus ein oder zwei Tage wird er auch bei künftigen Läufigkeiten dann zu diesem Zeitpunkt stattfinden. Dies nützt Ihnen aber nur, wenn Sie den genauen Beginn der Läufigkeit nicht übersehen. Achten Sie daher in der Zeit, in der die Hitze beginnen kann, sorgsam auf die ersten Blutstropfen.


Alle paar Monate dasselbe Spiel

Gerade bei Läufigkeitsintervallen gibt es rassespezifische Unterschiede. So werden die nordischen Rassen oft nur einmal im Jahr läufig. Vertreterinnen größerer Rassen haben oft einen Zyklus zwischen acht und elf Monaten, wohingegen der kleinerer Rassen meist zwischen fünf und 7 Monaten liegt. Die Länge der Zyklen und die Intervalle dazwischen bleiben das ganze Leben lang gleich. Ändert sich hier etwas oder fällt eine Läufigkeit aus, ist etwas nicht in Ordnung, und Sie sollten unbedingt zum Tierarzt.


Kein Stress mit den Wechseljahren

Im Gegensatz zu uns Zweibeinern kennen Hunde auch keine Wechseljahre. Eine Hündin  wird bis an ihr Lebensende läufig. Auch hier sollten Sie einen Check machen lassen, wenn die Läufigkeit ausbleibt. Da bei jeder Hündin das Hormon Progesteron vor dem Eisprung ansteigt und etwa 59 bis 62 Tage erhöht bleibt, egal ob eine Trächtigkeit besteht oder nicht, wird jede Hündin nach der Läufigkeit scheinträchtig.


Zum Gassigehen an einen „rüdenfreien“ Ort

Zwar sind die meisten Hündinnen nicht während der ganzen Läufigkeit paarungsbereit, gehen Sie dennoch besser nur zu Zeiten spazieren, wo wenige Hunde unterwegs sind. Damit Ihre Wohnung nicht von liebestollen Rüden belagert wird, sollten Sie besser im Auto ein Stück rausfahren, wo auch die Gefahr geringer ist, Rüden zu treffen.


Der Spaziergang

Lassen Sie Ihre Hündin nur von der Leine, wenn sie gut folgt, und leinen Sie sie sofort an, wenn ein Hund kommt. In der Regel ist noch genug Zeit die Paarung zu verhindern, da es meist zu einem Vorspiel kommt, aber es gibt auch sehr vehemente, sexuell aktive Rüden, die keine Rücksicht nehmen, ob eine Hündin will oder nicht. Am besten bringen Sie ihr bei auf Kommando abzusitzen. Stellen Sie sich dann hinter Sie oder ziehen Sie den Rüden am Halsband weg, bis der Besitzer kommt.


Wenn Ihnen die Hündin ausgebüxt ist

Ist die Hündin ausgebüxt, kann der Tierarzt durch einen Scheidenabstrich feststellen, wie weit die Hündin noch von einem Eisprung entfernt ist und ob eine Trächtigkeit wahrscheinlich ist. Zur Vorsicht können Sie nach drei Wochen noch eine Ultraschalluntersuchung machen lassen.


Eine ungewollte Schwangerschaft?

Hat sie aufgenommen, kann der Tierarzt eine „Abtreibungsspritze“ geben. Da es nicht ganz ungefährlich ist, sollte man sie aber nicht prophylaktisch einsetzen. Auch von der hormonellen Unterdrückung der Läufigkeit wird abgeraten, da es bei jeglicher hormonellen Manipulation zum falschen Zeitpunkt zu Gebärmutter- und Gesäuge-Erkrankungen kommen kann. Lässt es sich nicht umgehen, darf man aber nur während der hormonellen Ruhe und nie während der Läufigkeit spritzen, da sonst die Gebärmutterschleimhaut geschädigt wird.


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